Warum du dieses Video deiner Tochter zeigen solltest
Wir wissen, dass Instagram-Filter lügen. Und trotzdem fühlen sich unsere Kinder unwohl in ihrem Körper. Was Social Media mit dem Selbstwert macht - und ein Video, das du schauen solltest.
Hallo Lieblingsmensch,
Vielleicht hast du ein Kind. Vielleicht kennst du eine Jugendliche. Vielleicht bist du Lehrerin oder betreust junge Frauen. Vielleicht ist es die Freundin eines Freundes, vielleicht die Partnerin deines Sohns. Egal, wie auch immer es ist: Wir leben in einer Kultur des Körpers - und der Frage, wie er sein muss, damit wir geliebt werden.
Und obwohl ich 38 bin, mich als Feministin sehe, obwohl ich mich selten bis nie schminke und schon zum Frühstück Schnitzelbrot esse, habe ich Dutzende Diäten hinter mir. Schminktutorials und knappe Hosen, die Angst vor dem Schwimmunterricht, weil ich meine Beine nicht rasiert hatte, die Angst, gemobbt zu werden wegen einer neuen Frisur, der Gedanke, meine Brüste operieren zu wollen, weil sie nicht gross genug waren oder ich schon mit 20 das Gefühl hatte, sie hängen zu sehr.
Auf den ersten Blick ist es so einfach, den Kopf zu schütteln und zu denken: Mein Gott, haben die denn keine anderen Probleme? Doch ich glaube, keine Frau im westlichen Kontext kennt den Druck nicht, irgendwie reinpassen zu müssen, schlank und hübsch sein zu müssen, attraktiv und gesund …. whatever.
Zwei Drittel der Mädchen sind nicht zufrieden mit ihrem Körper
Hinter diesen Erfahrungen stehen längst auch Zahlen. Studien zeigen, dass der Druck auf den weiblichen Körper kein individuelles Problem ist, sondern ein strukturelles: Weltweit gehören Essstörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei jungen Frauen. Auch in der Schweiz entwickeln rund 3–4 % der Menschen im Laufe ihres Lebens eine Essstörung, Frauen deutlich häufiger als Männer.
Ein Fünftel der Jugendlichen hat ein klar negatives Körperbild, zwei Drittel der Mädchen sind nicht wirklich zufrieden mit ihrem Körper. Klar, waren wir in den Neunzigern auch nicht. Und in der “Girl” oder “Mädchen” oder “Bravo” war immer irgendeine, die einen schöner geflochtenen Zopf hatte. Doch das ist in der Grössenordnung nicht zu vergleichen mit der heutigen Zeit.
Der permanente Vergleich mit gefilterten, bearbeiteten und normierten Körperbildern wirkt dabei wie ein Verstärker: Junge Menschen wachsen heute in einer Umgebung auf, in der ihr Körper nicht einfach ein Körper ist – sondern ständig bewertet, optimiert und sichtbar gemacht wird. Internationale Forschung zeigt, dass intensive Social-Media-Nutzung mit stärkerer Körperunzufriedenheit, mehr Diätverhalten, depressiven Symptomen und gestörtem Essverhalten zusammenhängt.
Das geht uns alle etwas an. Und ich denke, in der Begleitung von jungen Menschen ist es hilfreich und gut, wenn sie Peers hören und sehen, die Erlebtes verarbeiten - auf Social Media, zum Beispiel. Falls du selbst etwas für die digitale Balance deiner Kinder tun willst, kannst du dir hier meine Masterclass anschauen. Denn die Hölle ist auch, wenn man sie gut und nachhaltig für sich nutzt, eine grosse Quelle von positivem Wandel.
Ich lege dir dieses Dokumentar-Video der Influencerin Alivia D’Andrea sehr ans Herz. Für dich selbst, fürs Verständnis, für das gemeinsame Schauen mit deiner Tochter und deinem Sohn.
Ich hoffe, es hilft.
xoxo, Lieblingsmensch.
Anna
—
Tiefer gehen: Masterclass · Für Schulen · Buch · Podcast · Für Unternehmen
—

